Fiction for Future – Von der Apokalypse lernen

DokumentationSa 06. Nov
21:45 Uhr Erstausstrahlung

3sat-Doku mit Roland Emmerich, Terry Gilliam und Frank Schätzing u.a.: „Fiction for Future – Von der Apokalypse lernen“
Dokumentation von Viola Löffler
Frank Schätzing verarbeitet erfolgreich gesellschaftlich relevante Themen wie die Energiekrise (Limit) und Künstliche Intelligenz (Die Tyrannei des Schmetterlings) in dystopischen Romanen.

Weltuntergangsvisionen in Film oder Literatur haben Zukunftsszenarien entworfen, die allzu oft Wirklichkeit zu werden scheinen. Hätte man also auf Katastrophen wie die Corona-Pandemie vorbereitet sein können? In ihrer Dokumentation „Fiction for Future – Von der Apokalypse lernen“ (Erstausstrahlung), am Samstag, 6. November 2021, 21.45 Uhr, fragt Filmautorin Viola Löffler Altmeister des Genres wie Roland Emmerich, Terry Gilliam und Frank Schätzing, was die alptraumhaften Erzählungen vom Untergang über die Schrecken der Zukunft verraten.

Endzeitserien wie „Fear the Walking Dead“ haben beklemmend gezeigt, dass im Angesicht der Apokalypse Vorratshaltung – im echten Leben Hamsterkäufe und das Horten von Toilettenpapier – zwar kurzfristig die eigene Versorgung sichert, aber keinesfalls Schutz vor der eigentlichen Bedrohung bietet. Und ein Endzeitklassiker wie „Contagion“ von Steven Soderbergh predigte schon 2011, dass Handhygiene und Atemschutzmasken unerlässlich sind, wenn eine globale Pandemie eingedämmt werden soll. Kann man also von fiktionalen Apokalypsen lernen? Hätte man Kino oder Literatur ernster genommen, wüsste man dann souveräner mit den Folgen der Pandemie umzugehen?

Terry Gilliam schuf 1985 mit „Brazil“ die Vision einer übermächtigen und zerstörerischen Bürokratie.

Bis vor Kurzem hielt man die Emanzipation noch für eine unumkehrbare Errungenschaft der Neuzeit. Doch es scheint, als seien wir in der Coronakrise wieder schnell in antiquierte Geschlechterrollen zurückgefallen. Wo wird sich angesichts einer epochalen Bedrohung die Rolle der Frau einpendeln im Spannungsfeld zwischen wandelndem Brutkasten wie in „The Handmaid’s Tale“ und androgyner Kampfmaschine wie in „The Matrix“?

Das Endzeit-Genre erlebt während der Coronapandemie einen regelrechten Boom. „Contagion“, obwohl zehn Jahre alt, hat es in die Top Ten der iTunes-Charts geschafft, TV-Sender und VoD-Anbieter senden höchst erfolgreich Katastrophenszenarien. Woher kommt das gesteigerte Interesse an dem Genre? Sind sie eine Art virtuelle Generalprobe für die Krise?

hfs/3sat/tt

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