MINT-Fachkräfte: So gewinnen Sie Mädchen für MINT
Sechs Tipps für die MINT-Arbeit mit jungen Frauen

Wer junge Frauen für einen MINT-Beruf oder -Studiengang gewinnen möchte, kann sich an diesen sechs Tipps orientieren. Das Besondere: Entstanden sind sie in Zusammenarbeit mit 140 Schülerinnen aus NRW.

Mädchen für MINT-Berufe und -Studiengänge zu gewinnen, ihnen MINT-Wissen zu vermitteln und zu zeigen, wo MINT unsere Welt prägt, ist mitunter eine Herausforderung. Zu stark noch wird mit MINT eher Männlichkeit verbunden, wohingegen Weiblichkeit mit Kreativität und „Sich-um-andere-Kümmern“ assoziiert wird. Es erstaunt also kaum, dass manche Mädchen und junge Frauen in der Schule zu den MINT-Fächern nur wenig Bezug bekommen – und sich weiterhin Schülerinnen seltener für einen MINT-Werdegang entscheiden als ihre männlichen Kollegen.

Aber: Es gibt Hoffnung. Denn zahlreiche Akteur:innen, die sich im schulischen und außerschulischen Bereich dafür einsetzen, junge Menschen für MINT zu begeistern, wissen, wie wichtig es ist, sich dem Thema Mädchen und MINT anzunehmen. Für die Gestalter:innen der Gemeinschaftsoffensive „Zukunft durch Innovation“ (zdi.NRW) bedeutet dies vor allem, mit den jungen Mädchen ins Gespräch zu kommen.

Beim zdi-Mädchen-Camp, das im Herbst 2022 stattgefunden hat, haben über 140 Schülerinnen mit Vertreter:innen von zdi-Netzwerken und zdi-Schüler:innenlaboren darüber gesprochen, wie außerschulische MINT-Angebote für Mädchen gestaltet werden sollen. Herausgekommen sind folgende sechs Tipps:

  1. MINT ist etwas für Teamplayer: MINT-Berufe sind geprägt von Austausch, Teamarbeit und Kommunikation. Diese Aspekte sind vielen Mädchen wichtig und sollten während der Berufs- und Studienorientierung deutlich hervorgehoben werden.
  2. Erlebnischarakter von MINT-Angeboten und Kontextualisierung: Mit MINT die Welt erklären und verändern. Egal, ob beim Klimaschutz oder in technischen Alltagsgegenstände wie Smartphone und Tablet oder Lebensmittel, Kosmetik, Medikamente: Wir sind umgeben von MINT und mit MINT-Wissen können wir unser Leben beeinflussen. Wichtig ist es also, MINT in Kontexte zu setzen und MINT-Angebote als Erlebnis zu gestalten.
  3. Angebote von Schule entkoppeln: Viele junge Menschen verbinden mit MINT vor allem die Schulfächer. Um mögliche negative Assoziationen zu vermeiden, sollten außerschulische Angebote möglichst entkoppelt werden vom Unterricht. Schulsprache oder der allzu direkte Verweis auf Schulfächer können abschrecken.
  4. Brücken schlagen zu anderen Fächern und Themen: Wird MINT mit anderen Fächern wie Kunst, Sprachen oder Gesellschaftswissenschaften verbunden, entsteht ein vollständige(re)s Bild von MINT-Wissen. Dies ist attraktiv für junge Menschen und erreicht auch diejenigen, die ihre Stärken außerhalb der MINT-Fächer sehen.
  5. Let’s talk about money: Jungen Mädchen wird oft nachgesagt, dass sie vor allem sinnstiftende Berufe wählen wollen. Doch zeigt sich: Auch die Frage nach Gehältern und Karrierechancen hat eine hohe Relevanz für junge Mädchen. Daher sollte die Lukrativität von MINT-Berufen hinsichtlich der (späteren) Vergütung ernsthaft aufgezeigt werden.
  6. Wünsche und Ideen der Zielgruppe einbeziehen: MINT-Angebote sollten sich an den Wünschen der jungen Frauen orientieren. Wenn sich die Zielgruppe einbringt bei der Konzeption von Kursen, können sich die Anbieter:innen sicher sein, dass dies dem Bedarf entspricht. Die Schülerinnen erleben auf diese Weise eine wichtige Selbstwirksamkeit und fühlen sich ernst genommen.

Sicherlich sind nicht alle Tipps in jeder Situation anwendbar. Dennoch zeigt sich ein klares Bild der Bedürfnisse junger Mädchen: Machen und ausprobieren, den Blick über den Tellerrand wagen – und Tacheles reden, was die Anforderungen, aber auch Benefits von Berufen angeht.

Wer sich weiter über die Angebote zum Thema Mädchen & MINT von zdi.NRW informieren möchte, kann dies tun unter: www.zdi-heldinnen.de

Über zdi.NRW

zdi steht für „Zukunft durch Innovation.NRW“ und ist mit über 5.000 Partnerschaften mit Akteur:innen aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Schule, Politik und Gesellschaft europaweit das größte Netzwerk zur Förderung des MINT-Nachwuchses. Flächendeckend gibt es zdi-Angebote in allen Kreisen und kreisfreien Städten in NRW. In den vergangenen 15 Jahren hat zdi über 2 Millionen junge Menschen erreicht. Über 70 Schüler:innenlaboren bieten Kindern, Jugendlichen, aber auch jungen Erwachsenen Raum, um MINT zu erleben, ihrer Begeisterung für MINT nachzugehen und sich über MINT-Ausbildungs- und Studiengänge zu informieren.

Koordiniert wird zdi vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen. Landesweite Partner:innen sind unter anderem das Ministerium für Schule und Bildung, das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Nordrhein-Westfalen und die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere Informationen unter: www.zdi-portal.de und https://mint-community.de.

hfs/re/ots/dpa/tt

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