Nord Stream Race 2021 endet mit finnischem Sieg und neuen Freundschaften

Die längste Offshore-Regatta der Ostsee ist am Freitagnachmittag mit dem Zieleinlauf in Russland erfolgreich zu Ende gegangen. Fünf Teams aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland waren am 06. September in Kiel gestartet. Ihre Mission: Ihre fünf baltischen Staaten durch den Segelsport zu verbinden. Gewonnen haben am Ende die Finnen der Esbo Segelförening. Sie tragen erstmalig den Titel „Best Yacht Club in the Baltic Sea“. In den vergangenen zwei Wochen auf der Strecke von Kiel über Kopenhagen, Stockholm und Helsinki nach Russland war jedes Team ein Sieger.

Die Strecke von Helsinki nach Russland forderte von den Segler:innen noch einmal alles ab. Für die 130 Seemeilen der letzten Etappe des Nord Streams Race benötigten die drei Teams über 20 Stunden. Bei starkem Gegenwind und über zwei Metern Welle wurde das Finale zur größten sportlichen Herausforderung der neunten Auflage des Nord Stream Race und bildete den krönenden Abschluss eines Segelwettbewerbes, der sportliche Höhen und Tiefen bot.

Die sportlichen Ergebnisse brachten zwei Sieger hervor: In der Offshore-Wertung von Kiel nach Russland gewannen die Finnen des Esbo Segelförening vor den Russen vom St. Petersburg Yacht Club und den Schweden der Kungliga Svenska Segelsällskapet. Die Dänen und die Schweden waren nach einer Kollision in Stockholm vorzeitig ausgeschieden. Über die Ziellinie kamen nur die Deutschen, die Finnen und die Russen. Der finnische Navigator Oskari Alho von der Esbo Segelförening: „Der Sieg beim Nord Stream Race ist unglaublich. Es ist ein hartes Rennen, nur die Besten können gewinnen. Es ist eine Teamleistung. In unserem jungen Team fügten sich verschiedene Talente hervorragend zusammen und jeder brachte den anderen etwas bei. Deshalb waren wir erfolgreich.“

Die Inshore-Wertung der kurzen, zuschauerfreundichen Rennen entschied das russische Team vor den Dänen des Aarhus Sejlklub und den Finnen für sich. Die Finnen und das russische Team lieferten sich während des Nord Stream Race zahlreiche enge und spannende Positionskämpfe.

Trotzdem gab es beim Nord Stream Race 2021 viele Sieger. Die Schweden gewannen die längste Etappe von Kopenhagen nach Stockholm in heimische Gewässer und die Dänen siegten bei den Inshore-Races in Kopenhagen. Insgesamt prägte der faire Umgang der Teams untereinander das diesjährige Rennen. Peter Warrer, Skipper des dänischen Teams: „Ich habe unglaubliche Sportlichkeit und Fairness gesehen, über die ich mich sehr freue. Dafür fehlen mir die Worte. Mein größter verbindender Moment war, als wir in großen Schwierigkeiten steckten. Als uns die anderen Teams unterstützt und aufgemuntert haben – das ist wahre Sportlichkeit und im besten Sinne ‚Connecting Baltics Through Sport'“.

Die Finnen stachen mit ihrem jungen, offshore-unerfahrenen Team heraus. Acht von elf Teammitgliedern waren unter 30 Jahre alt, der Steuermann Lukas Kalermo erst 20 Jahre alt, und mit Sofia Toroi und Cecilia Sandman waren immer zwei Frauen an Bord. Für den jungen Segelnachwuchs im Nord Stream Race gehörte viel Mut dazu, zwei Wochen Tag und Nacht über die Ostsee zu segeln.

Die Kollision des dänischen und des schwedischen Teams vor Stockholm und damit ihr vorzeitiges Ausscheiden war für beide Teams eine große Enttäuschung, führte jedoch nicht zu Spannungen, sondern zu einer stärkeren Freundschaft zwischen den beiden Skippern. Zur Abschlussfeier in Helsinki kamen beide Teams extra angereist, um die übergreifende Gemeinschaft, die alle Teams nach zwei Wochen verband, zu würdigen. Der ausrichtende St. Petersburg Yacht Club hatte gemeinsam mit General Partner Gazprom und Partner Nord Stream AG eingeladen, um die Segler:innen zu ehren.

Die steilste Lernkurve verzeichnete das deutsche Team von Verein Seglerhaus am Wannsee, das mit vielen jungen Seglern startete, die erstmalig Langstrecken-Rennen auf der Ostsee segelten. Bei der finalen Etappe übernahm das Team aus Berlin zwischenzeitlich sogar die Führung, doch die harten Bedingungen waren sehr kräftezehrend. Sven Schneider: „Wir haben erlebt, wie groß und klein die Welt auf der Ostsee sein kann. Innerhalb einer Nacht in ein anderes Land zu segeln, ist faszinierend. Über 1.000 Seemeilen haben wir bei Flaute und Sturm zurückgelegt. Es war anstrengend und herausfordernd.“

Im kommenden Jahr feiert das Nord Stream Race sein 10-jähriges Jubiläum und wird dem Anlass entsprechend mit vielen Überraschungen aufwarten.

hfs/re/ots/dpa/sr

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