Rohbau für Münchner Business-Campus „DER bogen“ gestartet

  • Flexible Büroflächen bieten Platz für rund 2.000 Arbeitsplätze
  • Kommunikations-, Shopping-, Gastronomie- und Fitnessbereiche für Gewerbemieter und Nachbarn geplant
  • HENN-Architekten setzen auf Ensemble mit zwei ineinander verschränkten Baukörpern mit bronze- und messingfarbenen Fassaden
  • Interior-Design von Matteo Thun zitiert die Natur

Mit einer feierlichen Grundsteinlegung startet die DER bogen GmbH & Co. KG am heutigen Donnerstag mit den Bauarbeiten am neuen Business-Campus „DER bogen“ im Münchner Bezirk Bogenhausen. Der Neubau entsteht auf dem südwestlichen Geländeteil der Firmenzentrale des Sicherheitskonzerns Giesecke+Devrient an der Prinzregentenstraße 159. Zuvor hatte hier ein L-förmiges Büro- und Produktionsgebäude gestanden, das nicht mehr benötigt wird und bereits abgebrochen ist. Die Baugenehmigung hatte die Lokalbaukommission (LBK) der Landeshauptstadt München im Januar 2021 erteilt. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2024 geplant. Bis dahin soll das Objekt eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. in Gold erhalten. Die Vorzertifizierung liegt bereits vor. „‚DER bogen‘ entsteht an der Schnittstelle zwischen dem Business-Standort Bogenhausener Tor und dem urbanen Wohnviertel Bogenhausen. Unser Ziel ist es deshalb, an dieser Stelle keine Nine-to-Five-Gewerbeimmobilie zu errichten, sondern einen multifunktionalen Campus, der Mitarbeitern moderne Arbeits-, Kommunikations-, Gastronomie-, Shopping- und Fitnessflächen bietet und sich zugleich für die Nachbarn öffnet“, sagt Marian von Mitschke-Collande, geschäftsführender Gesellschafter der DER bogen GmbH & Co. KG.

Auf dem rund 11.500 Quadratmeter großen Grundstück werden zwei in sich verschränkte dreischenklige Gebäudeteile entstehen, die auf einer Bruttogrundfläche von circa 42.000 Quadratmetern Platz für etwa 2.000 Arbeitsplätze bieten. Gemeinsam mit dem namhaften Münchner Architekturbüro HENN und dem vielfach international ausgezeichneten Architektur- und Designstudio Matteo Thun & Partners aus Mailand hat der Bauherr in den vergangenen drei Jahren ein Konzept entwickelt, das auf acht Geschossen neben modernen Offices auch Gewerbeflächen für eine Bäckerei, eine Bar, einen Supermarkt und ein Fitnessstudio sowie Terrassen und Dachterrassen mit Alpenblick bietet. Ein Gastronomiebereich lässt sich zudem in einen Event-Space für After-Work-Veranstaltungen, Firmenfeste oder Business-Meetings verwandeln. Die Supermarktfläche wurde bereits an EDEKA und die Fitnessfläche an ELBGYM vermietet.

Anspruchsvolle Architektur für ein gutes Miteinander von Mietern und Nachbarn

„Bei der Gestaltung des Campus war dem Bauherrn besonders wichtig, dass dieser einerseits den Bedürfnissen und Qualitätsanforderungen der künftigen Nutzer entspricht und städtebaulich ein Statement setzt. Zugleich sollte er nicht nach außen hin abgeschottet sein. Wir haben deshalb abwechslungsreiche Innen- und Außenräume konzipiert, die sowohl für die Mitarbeiter wie auch die Nachbarn ein Gewinn sind“, erläutert Fredrik Werner, Partner und Design Director bei HENN. Für die äußere Gestaltung der beiden Gebäudeteile, deren Obergeschosse miteinander verschränkt sind, hat das Architekturbüro deshalb zwei Fassaden entworfen, die die Baukörper über bronze- und messingfarbene Elemente optisch voneinander differenzieren. Eingänge und Innenhöfe wiederum werden durch Rücksprünge und Ausschnitte markiert. Runde Gebäudeelemente zitieren die Architektursprache des benachbarten Firmengeländes. Das Erdgeschoss ist in Teilbereichen vollflächig verglast, um den öffentlichen Charakter der Foyer-, Gewerbe- und Gastronomieflächen zu unterstreichen. Über Durchwegungen, urbane Innenhöfe, eine Plaza und Grünflächen öffnet sich „DER bogen“ nach außen in alle Richtungen.

Diese städtebauliche Öffnung zur Nachbarschaft und zum angrenzenden Grün lobt auch Stadtbaurätin Elisabeth Merk und fügt hinzu: „Das Ensemble wird sich als prägnante Gebäudeskulptur am Stadteingang behaupten und mit dem Bogenhausener Tor am Vogelweideplatz gut zusammenwirken. Dass neben dem hohen Anspruch an architektonische Qualität ein großer Wert auf nachhaltige Bauweise gelegt wird, ist vorbildlich.“

„High Tech meets High Touch“: ein Interior-Design zwischen digitaler Arbeitswelt und bayerischer Natur

Für die Gestaltung der öffentlichen Bereiche innerhalb des Gebäudes hat der Bauherr das international bekannte Büro Matteo Thun & Partners aus Mailand gewonnen. Dessen konzeptionelle Grundidee „High Tech meets High Touch“ soll mitten im digitalen Arbeitsumfeld die Natur nach dem Vorbild bayerischer Landschaften sinnlich erfahrbar machen. Deshalb liefern Berge, Seen, Wiesen und Wälder die Leitmotive für die Gestaltung der vier Bürofoyers und der jeweils angrenzenden Treppenhäuser. Harmonische, dezente Farben unterstreichen die natürlichen Materialien und organischen Formen. Auch das Lichtkonzept wurde darauf abgestimmt. Matteo Thun: „Der Name ‚DER bogen‘ kommt nicht von ungefähr – und deshalb spannt auch das Interior den Bogen zwischen Privatem und Öffentlichem, zwischen Funktion, Taktilität, Flexibilität, Kommunikation und ästhetischer Beständigkeit. Wir wollen eine digital geprägte Arbeitswelt mit Emotionen aufladen – und der Natur nicht nur auf den Freiflächen, sondern auch im Gebäude eine zentrale Rolle geben. ‚DER bogen‘ wird ein urbanes Aggregat, das echtes Leben und Hightech zusammenführt – für Menschen, die künftig in einem innovativen, hochmodernden Arbeitsumfeld wirken werden.“

Bis zu 450 Bauleute zeitgleich auf der Baustelle

Um diese Zukunft bis zum Frühjahr 2024 zu realisieren, wurde die Baugrube bis Mai dieses Jahres ausgehoben und verbaut. Seit August werden Grundleitungen verlegt und die Baustelle eingerichtet. Auch das erste von insgesamt fünf Kranfundamenten ist bereits gegossen. Ab sofort startet die Betonage des dritten Untergeschosses. Der Rohbau der Untergeschosse soll bis Sommer 2022, der Rohbau der Obergeschosse bis Frühjahr 2023 und die Fassade bis Sommer 2023 abgeschlossen sein. Der Innenausbau der Allgemein- und Mietbereiche erfolgt dann sukzessive bis Frühjahr 2024. Die Inbetriebnahme des Gebäudes und der Bezug der ersten Mietflächen ist ebenfalls für das Frühjahr 2024 vorgesehen.

Damit dieser Plan eingehalten wird, werden zeitweise bis zu 450 Bauleute gleichzeitig auf der Baustelle arbeiten. Insgesamt werden circa 7.000 Tonnen Stahl, 450 Tonnen Glas, 100.000 Tonnen beziehungsweise 40.000 Kubikmeter Beton und 450 Tonnen Aluprofile für die Fassade verbaut. Patrizia Glawon, Bereichsleiterin Projektentwicklung: „Bauverzögerungen aufgrund der angespannten Lage auf den Rohstoffmärkten erwarten wir derzeit nicht. Wir haben bereits frühzeitig über unseren Generalunternehmer Gustav Epple/Salvia Vorverträge für die rechtzeitige Lieferung von Stahl, Dämmung und Rohrmaterial für den Rohbau geschlossen. Unser Projekt liegt daher im Termin- und Kostenplan. Wir freuen uns, mit ‚DER bogen‘ ein wertstabiles, nachhaltiges Core-Produkt in guter Lage mit einem multidisziplinären, flexiblen Flächenkonzept zu realisieren.“

hfs/re/ots/dpa/tt

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