Sawsan Chebli: „Wir müssen die Strukturen ändern“

Cover BARBARA Nr. 64

Kurz vor dem diesjährigen Weltfrauentag am 8. März befördert die aktuelle BARBARA (ab sofort im Handel) einen Begriff in die Chefinnen-Etage: „Die Boss“ steht auf dem Titelbild, kein Schreibfehler, und darunter der Hinweis „Sie machen das schon“. Das darf als Ermutigung gelesen werden oder aber als Seufzen über die immer noch schleppend eintrudelnde Anerkennung geleisteter Arbeit. Barbara Schönebergers Gesprächsgast, die Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli, gesteht, dass sie früher gegen die Frauenquote war, dies heute aber anders sieht: „Es reicht nicht, darauf zu warten, dass Männer uns freiwillig unsere 50 Prozent zugestehen.“ Barbara gibt zu bedenken, dass die Kinderfrage Frauen weiterhin die Karriere durchkreuze: „Will ich Mutter sein – oder in diesem Vorstand sitzen und meine Familie nicht mehr sehen?“ Aber in Skandinavien funktioniere Gleichberechtigung doch auch, erwidert Sawsan Chebli, dort hätten viele Mütter hohe Positionen inne: „Wir müssen vor allem die Strukturen ändern, dieses komische männliche Arbeitsethos.“ Und Barbara ergänzt: „Nach 17 Uhr erreichst du da in den Firmen und Behörden keinen Menschen mehr. Da bist du der Depp, wenn du um 21 Uhr noch eine Mail schreibst.“

hfs/re/ots/barbara/tt

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