Testphase im All erfolgreich gemeistert: Der von OHB gebaute Umweltsatellit EnMAP startet Wissenschaftsbetrieb

Das Hyperspektral-Instrument ist ausgetestet und kalibriert, Satellitenbus und Instrument des Umweltsatelliten EnMAP der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vollständig in Betrieb genommen: Der von der OHB System AG, ein Tochterunternehmen des Raumfahrtkonzerns OHB SE, entwickelte und gebaute Hyperspektralsatellit EnMAP geht nach intensiven Tests im All in seinen wissenschaftlichen Routinebetrieb. Ab Anfang November ermöglicht das DLR, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt ihre Anträge für Beobachtungen in einem dafür geschaffenen Portal auf der Missionsseite einzureichen. „Wir freuen uns sehr, dass wir die hohen Erwartungen der Wissenschaft erfüllen, das Instrument so hervorragende Ergebnisse liefert und unser ,Baby‘ jetzt tatsächlich seinen regulären Dienst aufnimmt“, sagt Hans-Peter Honold, EnMAP-Projektleiter bei OHB, zum Abschluss des sogenannten „Flight Qualification Review“.

Bilder in bisher nicht verfügbarer spektraler Auflösung

EnMAP ist der erste in Deutschland entwickelte und gebaute Hyperspektralsatellit. Das hochkomplexe Instrument des Erdbeobachtungsatelliten wurde am OHB-Raumfahrtzentrum „Optik und Wissenschaft“ in Oberpfaffenhofen entwickelt und gebaut. Ingenieurskunst auf höchstem Niveau, denn mit seinen beiden Spektrometern kann der Satellit die von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenstrahlung vom sichtbaren Licht bis in den kurzwelligen Infrarotbereich in einer bisher nicht verfügbaren spektralen Auflösung erfassen. Diese Daten machen das für uns Menschen Unsichtbare sichtbar und zeigen zum Beispiel, welche Mineralien in einem Gebiet sind, ob Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen versorgt oder Böden zu trocken sind, aber auch ob Gewässer mit Schadstoffen belastet sind.

Eine neue Ära der Erdbeobachtung

„Mit den hyperspektralen Daten des Umweltsatelliten werden über einen langen Zeitraum Zustand und Veränderungen unseres Planeten erfasst. Die Auswirkungen der fortschreitenden Erderwärmung auf Land und Gewässer werden wir mit Hilfe von EnMAP sicher noch besser verstehen. Schon die ersten Bilder während der Testphase haben gezeigt, was der Satellit leisten kann. Nun sind auch wir gespannt, welche Regionen unseres Planeten die Wissenschaft mit EnMAP genauer untersuchen werden“, sagt Dr. Rüdiger Schönfeld, der Programmdirektor Erdbeobachtung bei OHB. Mit dem, was seine Teams in Oberpfaffenhofen und Bremen entwickelt hatten, seien sie oft an die Grenze des technisch Machbaren gestoßen. „In all den Jahren haben wir vor allem aber gelernt, worauf es bei der Entwicklung derartig komplexer Instrumente und anspruchsvoller Missionen ankommt, sodass wir dieses breite Wissen und die damit erlangten Fähigkeiten nun auch auf europäischer Ebene einsetzen können, wie zum Beispiel in der Entwicklung der Nutzlast für die Hyperspektralmission CHIME, für die wir von der ESA beauftrag worden sind“, so Schönfeld.

hfs/re/ots/dpa/tt

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